
Datum
Donnerstag, 1. Oktober 2026
18:00 – 19:30
Ort
Pula
Marguerite Duras KREATIVTEAM Nach dem gleichnamigen Drehbuch von Marguerite Duras für den Kultfilm von Alain Resnais Übersetzung aus dem Französischen: Lucija Klarić Bühnenfassung: Lucija Klarić und Rajna Racz Regie: Rajna Racz Dramaturgie: Lucija Klarić Musik und Sounddesign: Marin Živković Bühnenbild: Ana Paulić Kostümbild: Mirna Mihoković Lichtdesign: Elvis Butković Bühnenbewegung: Ena Jagec Musiker: Letizia Roce, Branko Sterpin, Matej Milošev, Filip Merčep und Marin Živković BESETZUNG Sie: Judita Franković Brdar Er: Marko Kasalo KOPRODUKTION Istrisches Nationaltheater Stadttheater Pula, Haus Kristalna kocka vedrine – Stadttheater Sisak und Kunstorganisation Kuća Nahero BESCHREIBUNG Hiroshima, meine Liebe, nach dem gleichnamigen Drehbuch von Marguerite Duras für den Kultfilm von Alain Resnais, ist ein poetisches Theaterstück über Liebe, Erinnerung und die Unmöglichkeit, das auszusprechen, was die menschliche Erfahrung übersteigt. In einem Hotelzimmer in Hiroshima, zwölf Jahre nach der Atombombe, begegnen sich eine Französin und ein Japaner. Ihre kurze Liebesaffäre wird zu einem Raum, in dem verdrängte Erinnerungen, persönliche Traumata und kollektive Geschichte aufbrechen. Was als intime Begegnung zweier Fremder beginnt, wird allmählich zur Auseinandersetzung mit einer Vergangenheit, die sich nicht hinter sich lassen lässt. Während sich ihre Stimmen verweben, verschwimmen die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Liebesgeschichte und historischer Katastrophe, zwischen dem, woran wir uns erinnern, und dem, was wir zu vergessen suchen. Marguerite Duras verzichtet auf jeden Versuch, Hiroshima durch eine dokumentarische Rekonstruktion oder Darstellung der Katastrophe abzubilden. Stattdessen schreibt sie die Katastrophe in den intimen Raum der Begegnung zweier Menschen ein, in eine Liebesbeziehung, in einen Körper, der die Spuren der Vergangenheit trägt. Für Duras lässt sich über Hiroshima nicht direkt sprechen – man kann nur über die Unmöglichkeit sprechen, darüber zu sprechen. Gerade in diesem Riss zwischen Sprache und Schweigen entsteht ihr einzigartiger poetischer Text, in dem die Liebe die Zerstörung nicht aufhebt, sondern sichtbar macht. Rajna Racz folgt Marguerite Duras und baut ein poetisches Theater, in dem der Körper zu dem Ort wird, an dem sich Erinnerung und Vergessen zugleich einschreiben. Der Körper erinnert sich an das, was Worte nicht aussprechen können, versucht aber ebenso, durch Vergessen zu überleben. Das Stück untersucht, wie historische Traumata den Körper bewohnen und wie Liebe, Berührung und Nähe zum letzten Raum des Widerstands gegen die Zerstörung werden können. Fast siebzig Jahre nach der Entstehung des Films klingt Hiroshima, meine Liebe stärker nach als je zuvor. In einer Welt, die von neuen Kriegen und einer wachsenden nuklearen Bedrohung geprägt ist, ist Hiroshima nicht mehr nur ein historisches Ereignis, sondern eine bleibende Möglichkeit der Zukunft. Das Stück versucht daher nicht, die Vergangenheit zu rekonstruieren, sondern stellt anhand einer intimen Liebesgeschichte die Frage, wie man mit dem Unvorstellbaren leben und trotz allem weiterlieben kann.